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Als Mut und Angst sich die Hand gaben

Ich hatte letztens ein komisches Erlebnis und ich kann gut verstehen, wenn ihr meine folgende Geschichte absolut bizarr und nicht nachvollziehbar findet. Kann ich wirklich. Aber die menschliche Psyche ist ein Wunder und ich bin immer wieder fasziniert, wie kleine Änderungen in der Betrachtungsweise in uns etwas verändern können. Deswegen möchte ich sie mit euch teilen.

Vor kurzen hatte ich meine zweite Kinesiologie-Sitzung – zur Traumaverarbeitung. (Wenn ihr, genau wie ich, nicht wisst was Kinesiologie ist, habe ich für euch am Schluss eine kurze Definition.)
Wir haben uns dabei einem Thema zugewandt, das mich momentan sehr beschäftigt: das Thema Folgeschwangerschaft. Ich habe das OK von meiner Ärztin und meiner Hebamme, es trotz Kaiserschnitt, diesen Zyklus wieder “probieren” zu dürfen. Den Gefühlsmix, der damit einhergeht, kann ich nur schwer in Worte fassen. Die Lücke, die durch Lennis’ Tod entstanden ist, ist schwer auszuhalten und für mich steht es ausser Frage, dass sie gefüllt werden muss – so schnell wie möglich. Es wird Lennis nicht ersetzen und die Sehnsucht nach ihm wird immer bleiben, aber der Wunsch nach einem Baby in meinem Arm ist riesen gross. Ich freue mich darauf, dass wir es wieder probieren dürfen, aber ich habe auch eine riesen Angst vor all dem, was passieren kann. Ich habe Angst noch ein Kind zu verlieren. Angst, dass es nicht gesund sein wird. Angst, das die Narbe reisst, weil es zu früh war. Ich habe Angst davor, dass mein Wunsch nach einem weiteren Kind egoistisch ist und ich damit nicht nur ein weiteres Kind einem Risiko aussetze, sondern auch mich selbst und mit mir auch meine Familie. Und ich habe Angst, über meine Angst die Kontrolle zu verlieren.

Es ist als wären da zwei Kräfte in mir: mein Mut es nochmal zu versuchen und eine riesen Angst vor diesem Versuch. Tief in mir weiss ich, dass alles gut werden wird und es gar keine andere Option gibt. Ich muss mutig sein. Ich werde ein gesundes Kind haben. Ich vertraue meinem Körper und ich versuche dem Schicksal zu vertrauen. Aber meine Angst erinnert mich immer wieder daran, dass eben jenes Schicksal mir schon einmal kräftig in den Hintern getreten hat und es nicht selbstverständlich ist, ein gesundes Kind zu bekommen. So viel kann passieren. Dieser innere Konflikt hat mich so beschäftigt. Ein ständiges hin und her. Immer wenn ich dachte, dass alles auf ein gutes Ende hindeutet, kamen sofort wieder Angst und Zweifel. 
In unserer Kinsesiologie Sitzung haben wir versucht diesen inneren Konflikt zwischen Mut und Angst zu verbildlichen. Ich habe mir vorgestellt, wie die beiden sich eingeschnappt gegenüber stehen, müde von all dem Streit. Wir haben den Mut gefragt, was sein Plan ist, was er machen möchte. Seine Antwort war ganz klar: “Ich werde es versuchen, komme was wolle. Ich möchte ein Baby!” Daraufhin haben wir uns der Angst zugewandt und sie gefragt, was sie davon hält. Ihre Antwort: “Ich verstehe deinen innigen Wunsch und doch hab ich Angst vor all den Dingen, die uns passieren können.” Es war, als würde der Mut einen Schritt auf die Angst zugehen und ihr sagen: “Ich verstehe dich. Ich weiss, dass du Angst hast und deine Angst ist berechtigt, aber wir müssen da gemeinsam durch.”

Dieser innere Monolog entstand wie von alleine, es war als würde ich den beiden zuhören. Und plötzlich ergaben sie eine Einheit. Allein die Tatsache, dass ich mich der Angst mal bewusst zugewandt habe, sie versucht habe zu verstehen und sie nicht als meinen Feind zu sehen, hat mir geholfen sie zu akzeptieren und zu integrieren. Ohne Angst gibt es keinen Grund mutig zu sein. Beide gehen Hand in Hand. Wahrer Mut erlaubt uns verletzlich und ängstlich zu sein, die Risiken zu erkennen und anzunehmen. Mut ist die Bereitschaft, im Bewusstsein der Angst, das zu tun, was man für richtig hält.
Das habe ich daraus gelernt und es hat wirklich etwas in mir bewegt. Es ist okay, dass die Angst da ist. Sie ist Bestandteil meiner Geschichte. Sie darf nur nicht überhand nehmen und mich am Erreichen meiner Ziele und Träume hindern.

One of the Happiest Moment

 

Definition Kinesiologie:

“Kinesiologie ist eine ganzheitliche Methode, die Gesundheit zu verbessern, Stress abzubauen, seine Leistungsfähigkeit zu erhöhen und Blockaden zu lösen.
Das Handwerkszeug der Kinesiologen ist der sog. Muskeltest. Durch ihn wird der Körper „befragt“ was ihn belastet oder Blockaden hervorruft und mit welcher geeigneten Technik diese aufgelöst werden können. Dies funktioniert sehr klar und effektiv, da alle von uns gemachten Erfahrungen im Nervensystem und im Zellgedächtnis gespeichert sind… ” (Quelle: http://www.dgak.de/eip/pages/kinesiologie.php)

Meine Kinesiologin befragt also meinen Körper, durch herabdrücken meines Armes, wo Blockaden und Stress sitzen. Ist der Muskel energetisch gut versorgt, kann ich dem Druck mühelos standhalten. Ist er blockiert, gibt der Muskel nach. Das klingt jetzt vielleicht nach ziemlichen Hokuspokus, aber glaubt mir, ich habe mich wirklich darauf konzentriert ihrem Druck standzuhalten – keine Chance. Ich bin jedes Mal wieder überrascht, wie mein Körper reagiert und auf einmal wieder ein Puzzleteil seinen Platz gefunden hat. So auch heute.

 (http://www.pure-life.at/kinesiologie/)

 

2 Comments

  • Anonymous

    Sehr gut und verständlich geschrieben. Diesen steten inneren Kampf zwischen Mut und Angst ist manchmal so lähmend. Es geht mir ebenfalls so… der Wunsch nach dem Baby in meinen Armen ist übermächtig; Optimismus meine Grundeinstellung (egal welche Steine auf dem Weg liegen, am Ende halte ich mein gesundes Baby in den Armen); und dann übermannt mich die Angst und der Zweifel.

    Ich danke Dir vielmals für Deine Zeilen!

    • franzi5385

      Vielen Dank für deinen lieben Kommentar! Bin so froh, dass meine Message rüberkommt. Hab es tausend Mal umgeschrieben. Es ist halt so schwer in Worte zu fassen, aber das kennst du wohl auch…

      Herzensgrüsse, Franzi

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