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Capture Your Grief – Tag 9: Transformation

Ich finde das heutige Thema gar nicht so einfach. So viel ist passiert im letzten Jahr und ich weiss, ich bin weit gekommen. Aber es ist erst 1,5 Jahre her und es liegt noch ein langer Weg vor mir. In wiefern habe ich mich bis jetzt verändert? Ich bin nicht mehr so unbeschwert und naiv wie ich es vorher war. Ich musste auf schmerzhafte Weise lernen, wie zerbrechlich das Leben ist und wie schnell sich die Dinge, die so selbstverständlich scheinen, ändern können. Es hat mich ängstlicher gemacht. Vor allem was meine Kinder anbelangt. Nachts träume ich von all den Dingen, die ihnen passieren könnten und tagsüber versuche ich die Angst auszuhalten und sie nicht auf meine Kinder zu übertragen. Das kostet viel Energie. Der Gedanke, noch ein Kind zu verlieren, ist unerträglich. Ich habe auch Angst um mich selbst. Der Notkaiserschnitt ist nicht ganz spurlos an mir vorbei gegangen. Ich habe Flashbacks und die tauchen erst jetzt, ein Jahr später, auf. Ich habe gelernt geduldiger mit mir zu sein. Trauer ist wie schwimmen im Meer. Mal sind die Wellen kleiner, mal ist das Wasser ganz ruhig und dann reisst einem eine grosse Welle wieder die Füsse weg. Aber so ist Trauer. Sie ist nicht geradlinig und kennt keine Zeit und keine Regeln. Und sie gehört jetzt zu mir. Das musste ich lernen zu akzeptieren und sie nicht als meinen Feind zu sehen. Das klingt jetzt vielleicht schnulzig, aber grosser Schmerz ist nur da wo auch grosse Liebe ist. Und gegen die möchte ich nicht ankämpfen.

Letztendlich hatte ich nur zwei Möglichkeiten: An dem Verlust zu zerbrechen oder mein Sternenkind in meine Welt zu integrieren und daran als Mensch positiv zu wachsen. Ganz nach dem Motto “Warte nicht bis der Sturm vorüberzieht, sondern lerne im Regen zu tanzen”. Und wie ich lerne! Ich geniesse die Zeit mit meiner Familie viel intensiver. Ich achte viel mehr auf mich, höre mehr in mich hinein. Ich versuche mit meinen Erfahrungen anderen zu helfen. Und ich habe gelernt mein Herz für die Dinge zu öffnen, für die wir keine Erklärung haben. Seitdem spüre ich Lennis viel intensiver. Ich lerne seine Mama zu sein. Von meiner Welt in seine Welt. Und jeden Tag finde ich mich ein klein wenig mehr in diese Rolle hinein.

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