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Capture Your Grief – Tag 14: Verbindung

Mit jedem Tag wächst die Verbindung und die Liebe zu meinen Kindern und das nicht nur zu meinen irdischen Kindern, sondern auch zu Lennis. Das klingt jetzt so schön und einfach, es war aber in Wirklichkeit ein langer, tränenreicher Weg. Anfangs konnte ich die Verbindung zu Lennis gar nicht zulassen. Es tat einfach so weh. Der Schock und die Fassungslosigkeit waren noch so präsent. Der Gedanke, dass seine Seele bei mir sein könnte, klang tröstlich, war aber so unsagbar schmerzhaft. Ich erinnere mich noch sehr genau an eine meiner ersten Therapiesitzungen. Meine Therapeutin wollte, dass ich mir vorstelle, Lennis würde neben mir sitzen. Das ging gar nicht. Mir schossen sofort die Tränen in die Augen und mir blieb die Luft weg. Es war, als hätte ich gedanklich die Tür zu ihm zugeschlagen und verschlossen. Es tat so weh, dass ich ihn nicht herein lassen konnte. Einige Monate später fand eine Tagung in Bern zum Thema “Kindsverlust” statt und ich wusste, dass ein Medium anwesend sein würde. Aus reiner Neugier hatte ich mich für ihren Workshop angemeldet. Ich war bis dahin nie spirituell. Aber tief im Innern habe ich irgendwie doch immer auf ein richtiges Zeichen von Lennis gehofft. Der Wunsch dafür war da, aber allein schon der Gedanken, dass ich ein Zeichen von Lennis bekommen könnte, trieb mir wieder die Tränen in die Augen. So habe ich auch in diesem Workshop einfach alles geblockt und die Tür weiter zugehalten. Letztendlich habe ich mich aber über mich selbst geärgert. Ich stand mir einfach selber im Weg. Ich wusste, dass ich irgendwie den Schmerz  aushalten muss. Dass ich mich der Dunkelheit stellen muss, wenn ich wieder Licht sehen wollte. So viel Angst und Schmerz es mir auch macht.  Die Trauerbegleitung hat mir bei diesem Prozess sehr geholfen. Die Jasmina Soraya Stiftung hat dann einen Monat später eine Mediale Matinee mit dem wundervollen Medium, Petra Vocat, organisiert. Ich weiss nicht warum, vielleicht war genug Zeit vergangen, aber an diesem Tag war ich bereit die Tür zu öffnen. Ich war bereit ihn hereinzulassen. Und ich habe mein Zeichen bekommen. Ich kann diese Matinee bis heute nicht beschreiben. Ich habe Dinge erlebt, die kann ich einfach nicht in Worte fassen, da hilft auch jedes rationale Erklären nicht. Auch wenn ich nie an solche überirdischen, spirituellen Sachen geglaubt habe. Ich bin aus diesem Raum gegangen und habe einfach nur Frieden gespürt. Als ich bereit war Lennis hereinzulassen, war er da und ist seit dem nicht wieder gegangen. Die Verbindung zu ihm wächst, wird tiefer und Lennis findet immer mehr seinen Platz in meinem Leben und in unserer Familie. Wenn ich mich darauf konzentriere, kann ich ihn an meiner Seite spüren. Er hat viele Zeichen hinterlassen, ich musste mich nur dafür öffnen.

 

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