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Lia

Das ist Lia’s Geschichte – Ein Gastbeitrag

Heute ist wieder #tellyourstorytuesday. Ich möchte meinen Blog dafür nutzen euren Sternenkindern ein Gesicht zu geben. Die Geschichten eurer Sternenkinder sollen in die Welt getragen werden, ein Gesicht und einen Namen bekommen – um so, hoffentlich, das Tabuthema Kindsverlust, Stück für Stück brechen zu können.⁠ Daher möchte ich heute Claudia die Möglichkeit geben Lia´s Geschichte zu erzählen:

Claudia und Lia

Alles begann, als ich damals Mitte November einen positiven Schwangerschaftstest in den Händen hielt. In mir sprudelte die Freude, aber auch die Angst, da ich damals fünf Monate vorher bereits eine frühe Fehlgeburt hatte.
Nach drei Monaten sah  alles gut aus. Sie war gut gewachsen und ihr Herzschlag kräftig.

Eines Morgens bekam ich Blutungen und ich kämpfte erneut mit der Angst um Lia – auch, dass das Herz von Lia nicht mehr schlagen könnte. Bei meinem Frauenarzt kam dann die Erleichterung: alles Bestens. Mir fiel buchstäblich ein Stein vom Herzen. Ich begann die Schwangerschaft zu geniessen. Die Zeit verflog dahin, Lia ist immer mehr gewachsen. Es gab keine Auffäligkeiten. Mir ging es gut. Ich hatte keine Schwangerschaftsübelkeit, keine Beschwerden. Lia begann sich zu bewegen und sich bemerkbar zu machen. Umso mehr, als ob sie es mitbekam, was da draussen in der Welt passiert.

Corona und seine Auswirkungen

Mein Mann kam dann für eine Woche ins Spital. Die Besuchszeiten im Spital wurden wegen Covid-19 gestrichen. Es ging auf Ende März zu und unsere Standesamtliche Hochzeit kam näher. Und plötzlich war der Lockdown da. Ich konnte nicht mal mehr mein Hochzeitskleid anpassen gehen. Ich dachte mir: “Gut, immerhin können wir noch heiraten. Auch wenn ich es mir etwas romantischer vorgestellt habe, als nur die vorgegebenen 15 Minuten im Standesamt. Immerhin kann ich mich noch auf Lia freuen”.

Es verging wieder einige Zeit und ich bekam irgendwann ein schlechtes Gefühl. Ich spürte Lia nicht mehr. Ich hatte zwar keine Schmerzen oder Blutungen und ich versuchte mir einzureden, dass alles gut sei. In den Routinekontrollen war schliesslich immer alles gut und bald hätte ich wieder einen Kontrolle beim Arzt.

Der Tag kam, als ich mit meinem Mann zur Kontrolle fuhr. Ich sah den Herzschlag nicht. Ich bekam Angstu nd der Klumpen in meinem Magen wurde immer grösser. Mein Frauenarzt sah uns an, suchte nach Worten und da wusste ich, dass mich mein Gefühl nicht getäuscht hat. Unsere Welt brach zusammen, ich verstand nichts mehr. Unsere Lia war in der 28. Woche über die Regenbrücke gegangen…

Lia’s Geburt

Am folgenden Tag sind wir ins Spital eingerückt um die Geburt einzuleiten. Wir wurden sehr gut betreut und so war, trotz all der Traurigkeit, die Erfahrung rund um die Geburt von Lia wunderschön. Sie kam am 30. April, am Tag der Walpurgisnacht zur Welt. Ich empfand es als wunderschön und richtig, dass ich die Plazenta und die Nabelschnur von Lia durch schneiden durfte. Wir hatten das Glück, das Lia’s Gotti, Manuela, die dort im Spital arbeitet, an diesem Tag gearbeitet hatte und uns Besuchen durfte. Es herrschte ja immer noch das Besuchsverbot aufgrund von Covid-19. Die Zeit, die wir mit Lia verbringen durfte, gehört zu meiner schönsten Zeit und ich bin so stolz auf meine Tochter, trotz der Trauer und dem Schmerz. Wir durften Lia, nachdem der Bestatter sie abgeholt hatte, in einer kleiner Herzurne nach Hause nehmen. Sie hat ihren Platz bei uns zu Hause bekommen und so spüre ich jeden Tag, dass sie bei mir ist. Auch mit der Gewissheit, dass es ihr gut geht, irgendwo da oben, hinter der Regenbogenbrücke.

Lia hat mich verändert. Sie hat mich gelehrt, das Leben und die Welt anders zu sehen. Und auch, dass es Möglich ist, mit 2 Gebärmüttern, so wie ich es habe, schwanger zu werden.

 

Liebe Claudia, von Herzen Danke für deinen Mut eure Geschichte zu teilen. So frisch ist euer Verlust noch und trotzdem ist da so viel tiefe Liebe spürbar. Ich bin mir sicher, dass Lia unglaublich stolz auf ihre Eltern ist.

 

An die Mamas und Papas mit einem gebrochenen Herzen

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