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Ella Rose

Das ist Geschichte von Ella Rose – Ein Gastbeitrag

Es ist wieder #tellyourstory Dienstag. Ich möchte meinen Blog dafür nutzen euren Sternenkindern ein Gesicht zu geben. Daher möchte ich heute Jamie die Möglichkeit geben Ella Rose´s Geschichte zu erzählen:

 

Jamie und Ella Rose

Hallo, ich bin Jamie, 27 Jahre alt und ich erzähle Euch von unserem über alles geliebten Babymädchen Ella Rose.

Nach vorheriger Fehlgeburt in der 9. SSW mit Ausschabung, klappte es 4 Monate später erneut und ich wurde schwanger mit eineiigen Zwillingen. Wir waren überwältigt von so viel Glück. Die Ärztin leider machte uns nicht viele Hoffnungen, dass beide Babys es schaffen sich zu entwickeln, da ich eine mono mono Zwillingsschwangerschaft hatte. Das hieß eine Plazenta, eine Fruchtblase ohne Trennwand. Diese Schwangerschaft gibt es in der Konstellation nur 1x von 10 000.
In der 7. SSW verabschiedete sich tatsächlich eines unserer Würmchen.

Wir waren sehr traurig, aber erleichtert, dass uns wenigstens ein Baby blieb. Aber von da an, fingen die Sorgen und Ängste an. Ich fragte, ob es unserer Maus geschadet haben könnte, weil ein Baby tot war. Alle verneinten dies. Mich beruhigte es nur nicht.

Unsere stetige Begleiterin die Angst

Ich kam direkt ins Beschäftigungsverbot. Mir gefiel das ganz und gar nicht. Keiner hatte Zeit und ich wusste nichts mit der vielen Zeit anzufangen. Ich war regelrecht deprimiert. Und Angst hatte ich auch immer noch. In der 20. SSW wurde vermehrtes Fruchtwasser festgestellt. Das musste dann regelmäßiger kontrolliert werden. Ich war weiterhin ängstlich. Ab der 24. SSW aber, fing ich auf einmal an die Schwangerschaft regelrecht zu genießen. Ich hatte kaum Beschwerden und endlich wurde es so richtig ernst. Ich fing an fürs Zimmer viel zu machen, machte mich an unsere Planung für die kirchliche Hochzeit im September 2020. Es lief gut und auch mir ging es gut.

Bis zur 28. SSW. Ellas Gewicht war 100-200 gr niedriger als es sein sollte. Doppler war aber unauffällig, man sagte, ich bin ja auch schmal. In mir machten sich wieder die altbekannten Sorgen breit.
In der 29. SSW das Gleiche. Wir waren nun schon bei 300 gr zu wenig. Doppler alles gut.
Am 1. Oktober 2019, war Ella richtig wild in meinem Bauch, ich machte davon Videos ohne Ende. Ich war verliebt, doch mir saßen die Sorgen stets im Nacken.

Der Tag, der alles veränderte

Am Morgen des 2. Oktober wachte ich nach acht Stunden Schlaf auf. Ich war nicht einmal wach und in mir machte sich schon Unruhe breit. Ich versuchte mich zu beruhigen: Ach, ein Tag vorm Wochen Wechsel war sie immer etwas ruhiger. Um 16 Uhr sollte ich zum ersten CTG. Den ganzen Tag blieben die Bewegungen aus, ich kontrollierte aber mit dem Angelsound. Ihr Herzschlag war da.
Am Termin erzählte ich von meinen Sorgen. Natürlich wollte die Arzthelferin mich beruhigen. Ihr Blick auf das CTG Blatt sagte aber alles.
Die Ärztin bat mich rein und sagte das CTG sieht schlecht aus. Im Ultraschall sahen zwei Nabelschnur-Arterien gut aus, die dritte war kaum messbar.
Ich wurde sofort in die gegenüberliegende Klinik überwiesen und wurde auch direkt stationär aufgenommen, nach dem fünf weitere Ärzte nach Ella gesehen hatten.

Ich versuchte klare Gedanken zu fassen, mich zu beruhigen. Alles geht gut.
Ich wurde dauerhaft an das CTG und den Tropf gehängt. Ich spürte Ella weiterhin nicht. Bis sie einfach in meinem Bauch starb. Die Ärzte waren schon mit Ultraschall bei mir, da wir vorher den Herzschlag verloren hatten. Das CTG verrutschte immer wieder. So dachten wir auch diesmal. Binnen Sekunden schrien alle Ärzte auf, schnappten mein Bett und fuhren mich sofort in den OP. Ich werde nie vergessen, als die Ärztin sagte “Ich sehe keinen Herzschlag mehr”.

Ella wurde innerhalb von 7 Minuten aus meinem Bauch geholt und 30 Minuten reanimiert und kam zurück.
Sie kam auf die Neo Intensiv. Stunden später durfte ich sie erst besuchen.
Und ja, ich wusste nie wie sehr ich lieben konnte, bis ich Ella das erste Mal sah. Sie war/ ist, das Schönste, das ich je betrachtet habe. Ich zerbrach in 100 Einzelteile, als die Ärzte meinten, wir dürften sie nur antippen, nicht streicheln, nicht raus nehmen. Eine Reihe großer Probleme wurden uns aufgezählt. Wir glaubten immer noch an das Gute: Ella schafft das.

Ella Rose´s Reise zu den Sternen

Am 4. Oktober 2019 war ich gerade am abpumpen. Ich war so stolz. Mein Mann hatte Geburtstag und unsere Maus ist schon ein Tag alt und alles schien okay. Bis dann eine Schwester mit traurigem Blick ins Zimmer kam. Ich wusste sofort, daß es das Ende ist. Sie erklärte was los sei. Ella bekam neben Organversagen noch tödliche Hirnblutungen dazu. Sie war nicht zu retten.

Wir gingen sofort zu ihr, sprachen mit einer Pfarrerin. Ella sollte einen guten Weg zu ihrer Oma in den Himmel finden.
Und neben all den schlimmen Entscheidungen, kam der eine Moment auf den wir so sehnsüchtig gewartet haben. Wir durften Ella auf den Arm nehmen. Ich betrachtete meine wunderschöne Tochter, den Teil meines Herzens, der sich nun außerhalb meines Körpers befand. Ich habe nie was vergleichbareres gesehen, gerochen, gefühlt. Ella schlief binnen weniger Minuten für immer in unseren Armen ein. Ich badete sie, wickelte sie und zog sie an. Das erste und das einzige Mal, für immer.

Ella hat mich zur Mama gemacht

In mir zerbrach etwas. Ich gab nicht nur meine Tochter weg, sondern auch mich. Ich bin nicht mehr die gleiche Person, die ich vorher war.
Aber ich bin Mutter. Ella hat mir das Schönste Geschenk auf der Welt gemacht. Ich könnte nicht dankbarer sein.

Glaubt ihr an ein Leben nach dem Tod?
Ich bin mir sicher, dass Ella als Blaumeise zu uns zurück gekommen ist. Sie begegnet mir nicht oft, doch am Tag ihre Beerdigung flog sie als diese auf unseren Balkon. Und drei Tage bevor ich von ihrem kleinen Bruder erfuhr, hüpfte sie auch bei uns rum. Ich habe sie nie ganz verloren ❤️

 

 

Liebe Jamie, von Herzen Danke für eure zutiefst bewegende Geschichte. Ella’s kleine Füsslein haben so tiefe Spuren hinterlassen und die Liebe in eurer kleinen Familie ist so spürbar.

 

An die Mamas und Papas mit einem gebrochenen Herzen

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