fbpx
  • Es geht mir gut

    “Es geht mir gut.” – Die Wahrheit dahinter

    Was heisst eigentlich “Es geht mir gut”? Kann man das nach dem Verlust eines geliebten Menschen je wieder so sagen, wie man es früher gesagt und gemeint hat? Würde “gut” nicht heissen, das alles positiv ist? Einfach gut, ohne einen Hauch von etwas Negativem oder Traurigem? ⁠ Fällt es uns die Frage “Wie geht es dir?” deshalb so schwer? ⁠ Eigentlich möchten wir ja gerne sagen, wie es uns wirklich geht. Aber oftmals wissen wir, das unser Gegenüber es nicht verstehen würde. Oder wir wollen es ihm nicht zumuten. Oder manchmal können wir die Wahrheit auch einfach selber nur schwer aushalten.⁠ Heute, nach drei Jahren ohne Lennis, komme ich dem…

  • Trauer-Gedanken

    Trauer-Gedanken

    Die Vorstellung ist Anfangs ungeheuerlich – weiterleben müssen ohne einen so sehr geliebten Menschen. Die Geschichte des Lebens weiterschreiben müssen und vor allem umschreiben müssen. Da nichts mehr so ist und sein wird, wie man dachte, dass es werden würde. Bleibt nur Mut zu fassen, die nächste Seite umzublättern und sich dem Lauf der Geschichte hinzugeben. Mit der Hoffnung an Board, dass es trotzdem gut werden kann. Mit Offenheit für das, was da kommen mag – in dem Wissen, dass die Kontrolle nicht bei uns liegt. Vielleicht sogar mit ein wenig Neugier? Mit der Liebe im Rücken und unserem so sehr vermissten Menschen im Herzen… Seite für Seite weiterblättern. 💖  …

  • Die Wut in meiner Trauer

    Die Wut in meiner Trauer

    Es gibt Emotionen, die in unserer Gesellschaft wenig Platz haben. Da sind zum Beispiel Neid, Angst oder Wut. Sie werden als negativ und destruktiv angesehen und wir sollten sie eigentlich besser nicht fühlen. Wir sollen nicht neidisch sein, da Neid für fehlendes Selbstwertgefühl steht. Wir sollen keine Angst zeigen, weil uns das schwach aussehen lässt. Und Wut ist sowieso ganz schlecht. Dabei sind es genau diese Emotionen, die uns in der Trauer regelmässig begegnen. Und nicht nur da – sie gehören zu den grundlegenden Emotionen eines Menschen. In der alltäglichen Oberflächlichkeit unserer Gesellschaft haben sie allerdings wenig Platz. Nach Möglichkeit geht es uns blendend, lächeln wir durchgehend und haben wir…

  • Erinnerungsschwer

    Erinnerungsschwer

    Es sind wieder diese Tage. Immer näher rückt dein Geburtstag. Der dritte schon. Je näher er kommt, desto mehr wächst die Anspannung, kehrt eine Schwere ein. Werden Bilder klarer, Erinnerungen fühlbarer. Tage, an denen der Kloss im Hals stetig grösser wird. An denen die Tränen lockerer sitzen. Alles rückt wieder schmerzhaft nahe. Vor allem du. Deine Präsenz fast greifbar. Gehst mir unter die dünner werdende Haut. Frage mich, wo die Zeit geblieben ist. Kommt mir vor als wäre es erst gestern gewesen. Bin gedanklich wieder dort. Sehe die Bilder. Höre die Stimmen. Im Nebel. Tränenschwere Gesichter. Ein kurzer Blick in dein kleines Gesicht. Bist da und gleich wieder fort. Vermisse…

  • Regenbogenmädchen

    Kleines Regenbogen-Mädchen – geboren in Liebe und in Trauer!

    Vor ein paar Tagen habe ich ein Pärchen begleitet, das vor gerade mal einer Woche ihren kleinen Sohn in der Schwangerschaft verloren hatte. Ihre Trauer war so allumfassend und erdrückend schwer, das man sie nahezu greifen konnte. Sie hatte diese beiden wundervollen Menschen komplett umhüllt und hielt sie fest in ihrer Welt. Ich habe sie gefragt, welche Kraft sie jetzt bräuchten, um den nächsten kleinen Schritt machen zu können. Sie überlegten kurz, aber die Antwort war für beide gleich: Hoffnung! Sie bräuchten die Hoffnung darauf, dass sie irgendwann ein gesundes Kind in den Armen halten dürfen – am liebsten so schnell wie möglich. Das würde ihnen Kraft geben.   Regenbogen-Hoffnung…

  • fröhliche ostern

    Ostern mit Kind im Herzen

    Es ist Ostern. Und was für eins… Dieses Corona Ostern wird wohl niemand so schnell vergessen. Für mich ist es das erste Ostern ohne Grosseltern, im kleinen Kreise meiner Familie, ohne gross etwas unternehmen zu können. Alles geschieht im Umkreis unserer Nachbarschaft und auf unserer Terrasse. Auf der Strasse sind alle auf Abstand. Ein freundliches Nicken, aber bloss nicht mehr. Die Angst und Unsicherheit ist in vielen Gesichtern sichtbar. Aber Ostern ist nicht nur wegen Corona schwierig. Feiertage sind für Menschen, die um eine geliebte Person trauern, oft von Wehmut und Sehnsucht begleitet. Ein Stuhl bleibt halt leer und ein Kind (oder mehrere) kann unsere versteckten Eier und Geschenkli nicht…

  • Trauer dich bunt!

    Trauer dich bunt! – Workshop Reihe

    „Trauer ist keine Krankheit, aber sie kann krank machen, wenn wir sie in ihrem Ausdruck behindern.“ (Jorgos Canacakis) Was mach ich nur mit meiner Trauer? Wenn ein geliebter Mensch stirbt, dann bricht eine Welt zusammen. Traurigkeit, Fassungslosigkeit und Verzweiflung überkommt die Zurückgebliebenen. Es ist schwer, das auszuhalten. Zumal wir oft auch in unserer Trauer alleine sind. Der Tod wird mehr und mehr zum Tabu. Gesellschaftsfähig ist er schon lange nicht mehr. Alte Trauer-Traditionen verschwinden nach und nach, ohne das neue Formen der Trauerbewältigung vorhanden sind. Zurück bleiben die Hinterbliebenen mit ihrem Tsunami an Gefühlen. Unsere Trauer ist nicht nur schwarz und eintönig. Sie ist turbulent, voller Emotionen und kunterbunt! Urplötzlich…

  • Hinter der Fassade

    Die Masken, die wir tragen

    Heute ist mal wieder einer dieser Tage. Die sich urplötzlich, ohne nennenswerten Auslöser, einfach schwer anfühlen. Wo der Sonnenschien da draussen nicht ganz das Herz erreicht. An denen die kleinen Dämonen der Angst und der Traurigkeit aus ihren Schatten kriechen. Es fiel mir heute so sehr schwer mich von meinen Kindern zu verabschieden und auf Arbeit zu gehen. Ich hielt sie ganz fest, während irgendwo in mir der Gedanke nagte “Was ist wenn das jetzt das letzte Mal ist?” Ab und an kommen diese Gedanken. Kleine, fiese Panikmacher. Und wenn sie einmal da sind, sind sie kaum abzuschalten. Da half es auch nicht, dass mein Sohn plötzlich sagte: “Mama, auch…

  • Our brief moment

    Das folgende Gedicht habe ich habe ich geschrieben, um den einen kurzen Moment festzuhalten, in dem ich Lennis halten durfte. Er war grad kurz zuvor verstorben. Es war das einzige Mal, das ich seinen kleinen Körper halten durfte. Er wurde mir in meinen linken Arm gelegt. Es gibt sogar ein Foto von diesem Moment. Noch heute spüre ich sein Gewicht an genau dieser Stelle, wenn ich mich darauf konzentriere. Es ist auch über zwei Jahre später noch schwer zu akzeptieren, dass ich nicht mehr Zeit mit ihm haben durfte und alles eher im Nebel der Vollnarkose geschah. Zu verschwommen ist die Erinnerung. Es sind viel mehr Fetzen eines Puzzles, dem…

  • Grosseltern Trauer

    Die Doppelte Trauer der Grosseltern

    Wenn Grosseltern um ihr Enkelkind trauern – von A.H. Oma von Lennis „Als meine Tochter klein war, klebte ich ein Pflaster auf ihr aufgeschlagenes Knie, pustete darauf und alles wurde wieder gut. Eine schlechte Note, ein Streit mit ihrer besten Freundin oder der erste Liebeskummer – alles konnte mein Mutterzauber heilen.” Am 6. Mai 2017 starb mein Enkel Lennis nur wenige Stunden nachdem er auf diese Welt gekommen war – überraschend und für uns alle unfassbar. Völlig unerwartet wurde ich von einem Moment zum anderen zu einer Sternenkind Oma oder verwaisten Oma. Da gibt es überraschend viele Bezeichnungen für mich im Internet. Und zum ersten Mal wurde mir bewusst, was…