Selbstfürsorge in der Trauer

 

Einen geliebten Menschen zu verlieren ist ein einschneidendes Ereignis im Leben eines Menschen. Ein solcher Verlust wirft uns komplett aus der Bahn und lässt uns verletzlich und nahezu untröstlich zurück. Die Trauer überrollt einen immer wieder in riesigen Wellen und wirft uns in dieses unbekannte Land unseres neuen Lebens. Sie konfrontiert uns ständig mit der schmerzlichen Abwesenheit unseres geliebten Menschen und fordert uns auf allen Ebenen: körperlich, emotional, psychisch und seelisch.

Der Weg durch die Trauer ist kompliziert und anstrengend. Er braucht Kraft und Ausdauer, physisch wie auch psychisch. Um den Weg gut und mit ausreichend Energie gehen zu können, sind Selbstfürsorge, Selbstmitgefühl und Zeit essentiell.

Wie Selbstfürsorge helfen kann

Es ist wichtig, dass wir uns um uns, unseren Körper und unsere Gefühle kümmern und ihnen Sorge tragen. Ein fürsorglicher Umgang mit der Trauer und sich selbst kann helfen:

  • den Trauerweg langsam, ehrlich, mutig, mitfühlend und respektvoll mit sich selber, zu gehen
  • der eigenen inneren Gefühlswelt offen zu begegnen und sie authentisch auszudrücken
  • die eigene Trauer auszuhalten, zu schützen und zu würdigen
  • die Trauer als das anzunehmen, was sie letztendlich ist: Liebe
Selbstfürsorge

„Wenn die Achtsamkeit etwas Schönes berührt, offenbart sie dessen Schönheit. Berührt sie etwas Schmerzvolles, wandelt sie es um und heilt es.“
– Thich Nhat Hanh –

 

Trauer braucht Zeit und Verständnis vom Umfeld

Trauer in der Gesellschaft

Das Problem liegt in unserer Gesellschaft. Unsere moderne Kultur scheint dazu geneigt, schlechte Gefühle um jeden Preis wegmachen und uns von den dunkleren Launen des Lebens stets ablenken zu wollen. Schnell wieder arbeiten gehen und weitermachen ist das Credo. Gefühle, wie Traurigkeit, Wut, Neid oder Angst sind negativ belegt und finden keinen Raum für Ausdruck.
Vielleicht ist das eine Art uns zu schützen, aber ich glaube dahinter steckt auch ein Widerstreben, sich mit den schmerzhaften und komplexen Facetten von Vergänglichkeit, Liebe und Verlust auseinanderzusetzen –  im Grunde genommen der kompletten Palette des Menschseins.

Zeitlassen in der Trauer

Die Trauer fordert uns also heraus, ihr entgegen der gesellschaftlichen Gewohnheiten zu begegnen und die spontanen und natürlichen Heilungsmechanismen zuzulassen. Zum Beispiel ist es in der Trauer ein ganz natürlicher Impuls sich aus dem Alltag zurück ziehen zu wollen, alles fallenzulassen – auch sich selbst – und sich langsam, im eigenen Tempo, an die neue Realität in und um einen herum zu gewöhnen.
Tempo und Druck aus dem Trauerprozess herauszunehmen, sich Zeit lassen, um sich auf das Fühlen und Reflektieren zu konzentrieren, grenzt schon fast an einen revolutionären Akt. Immer wieder müssen sich Betroffene rechtfertigen, wenn sie „immer noch“ trauern. Dabei sind Zeit, Selbstfürsorge und Selbstmitgefühl hier kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit.

Selbstfürsorge ist nicht egoistisch

Denke bitte nicht, dass es egoistisch oder faul ist, wenn wir uns um uns selber kümmern und unseren Bedürfnissen und Gefühlen Sorge tragen. Selbstfürsorge hat nichts mit Egoismus zu tun. Sie ist notwendig um langfristig mit unserer Trauer leben zu lernen.

Selbstfürsorge ideen
Selbstmitgefühl

Selbstfürsorge Ideen in Trauerzeiten

Ich habe dir eine Reihe von Selbstfürsorge Tipps und Ideen zusammengestellt. Da Trauer ganz individuell ist und jeder ganz eigene Bedürfnisse hat, ist es okay, wenn nicht alles für dich passt. Aber ich hoffe, dass du trotzdem einige Dinge für dich mitnehmen kannst.

  • umgib dich mit Menschen, die dich lieben, zuhören und so akzeptieren, wie du gerade bist – auch wenn du grad nicht okay bist
  • geh in die Natur und nimm sie mit all deinen Sinnen wahr
  • höre Musik, die deine verletzte Seele berührt
  • ruh dich aus
  • Iss gesund bzw. iss überhaupt
  • schreibe ein Tagebuch, in dem all deine Gefühle und Gedanken Platz finden
  • lass dich von jemandem begleiten, der sich mit Trauer gut auskennt: Trauerbegleiter/in, Psychiologe/in, Traumatherapeut/in, etc.
  • besuche eine Selbsthilfegruppe, in der du dich aufgehoben und verstanden fühlst und deine Trauer einen guten Platz findet
  • bewege dich, auch wenn es schwer fällt
  • schwelge in Erinnerungen, sammele sie und spüre die grosse Liebe, die dir immer bleiben wird
  • erlaube dir selbst, Aktivitäten zu beenden, wenn sie dir nicht gut tun
  • kreiere eigene Rituale, um deinen Gefühlen Raum zu geben und Ausdruck zu verleihen
  • erzähle Geschichten über deinen Himmelsmenschen
Trauern führt zurück ins Leben

Selbst-Fürsorge und Selbst-Mitgefühl sind Fähigkeiten. Wir werden besser darin, je mehr wir uns in ihnen üben. Meine Tipps sind nur Ideen und Vorschläge. Schau, dass sie zu dir passen und dir gut tun. Es ist wichtig, dass wir in unserer Trauer auf unseren Bauch hören. Wir wissen am besten, was gut für uns ist.

Den Schmerz und das Chaos der Trauer zu respektieren und kennenzulernen, mit all ihren verschiedenen Aspekten und Emotionen, ebnet den Weg in die Zukunft. Wir durchleiden die Gefühle, nehmen unseren Verlust so gut es geht an, erinnern uns an die Verbindung zu unserem geliebten Menschen und versuchen weiter zu leben. Die Trauer wird uns zurück ins Leben führen.

 

 

In meinem Ebook „Selbstfürsorge in der Trauer“ findest du auf 36 Seiten noch mehr und ausführlichere Ideen und Übungen für dich und deine Trauer.

Selbstfürsorge in der Trauer

  • 36 pages

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